Anrechnung der Riester-Rente auf die Sozialhilfe

Bild: Fotolia

Die Riester-Rente ist für jede riesterberechtigte Person in Deutschland ein spannendes Thema. Diese Pauschalaussage trifft auch auf Personen ohne Beschäftigung oder Bezieher von Sozialhilfe zu. Der Staat möchte, dass jede riesterberechtigte Person die Chance besitzt, staatlich gefördert im Rahmen der privaten Altersvorsorge vorzusorgen. Wer nun allerdings ohnehin schon Leistungen vom Staat bezieht, der besitzt natürlich nicht die Möglichkeit, monatlich 50,00 oder gar 100,00 Euro für die private Altersvorsorge zu sparen. Hier bietet die Riester-Rente natürlich einen klaren Vorteil: Hinsichtlich des zu zahlenden Eigenbeitrags wird schließlich jeder Riesterberechtigte gleichbehandelt, sodass ein Sozialhilfeempfänger beispielsweise dauerhaft 60,00 Euro jährlich zahlen muss, um die maximale Zulage vom Staat zu erhalten. Doch wie sieht es später mit der Anrechnung der Riester-Rente aus?

Die Anrechnung in der Sparphase

Unabhängig von der Tatsache des geringen Eigenanteils gibt es für Bezieher von Sozialhilfe noch einen weiteren Vorteil, wenn es um die Ermittlung der gezahlten Sozialhilfe geht. Die Beiträge zur Riester-Rente werden vom Bruttoeinkommen abgezogen, sodass die Riester-Beiträge die Höhe der staatlichen Leistungen nicht mindern. Der Bezugsberechtigte hat dadurch auf der einen Seite den Vorteil der staatlichen Förderung, sodass trotz geringen Einkommens Altersvorsorge betrieben werden kann und auf der anderen Seite bleibt die Höhe der Sozialhilfe unverändert.

Die Anrechnung in der Auszahl- beziehungsweise Leistungsphase

Anders sieht jedoch die Betrachtung in der Auszahlungsphase aus. Als Rentner kann man natürlich immer noch Sozialhilfe beziehen, damit die persönliche Grundsicherung gegeben ist. In der Auszahlungsphase wird die monatliche Riester-Rente allerdings voll angerechnet, sodass der Betroffene aus Sicht des Staates zusätzliche Einkünfte hat. Dadurch kann es passieren, dass die staatlichen Leistungen unter Umständen gekürzt werden. Für Sozialhilfeempfänger kann es aus diesem Grund deutlich sinnvoller sein, eine Eimalauszahlung zu Rentenbeginn vom jeweiligen Riester-Anbieter anzufordern. Dies ist immer dann möglich, wenn das Riester-Guthaben die Bagatellgrenze für die so genannte “Kleinbetragsrente” nicht überschreitet.