Eine Riester-Rente erben – Was ist bei Erbschaft zu beachten?

Bild: Fotolia

Eine Riester Rente soll zu Lebzeiten einen besseren Lebensstandard im Alter ermöglichen. Sie kann aber auch nach dem Tod vererbt werden. Dazu müssen allerdings einige Bedingungen stimmen.

Wer kann einen Riester Sparplan erben?

Grundsätzlich kann sowohl der Sparplan, als auch das angesparte Geld inklusive aller staatlichen Zulagen an jede erbberechtigte Person überantwortet werden. Die Frage ist, ob es sich auch lohnt. Denn die Erben müssen die Kosten für gutgeschriebenen staatlichen Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen wieder zurückzahlen. Hier profitieren Ehepartner und gemeinsame Kinder. Sie genießen einen hohen steuerlichen Freibetrag beim Erbe. So passiert es nicht selten, dass dieser Freibetrag alle entstandenen Kosten deckt.

Den niedrigsten Freibetrag besitzen entfernte Verwandte oder nicht angeheiratete Lebenspartner. Sie müssen also auf das Erbe die meisten Kosten zahlen.
Auch Ehepartner können das Geld aus einem Riester Sparplan nicht einfach so erhalten. Es müssen bestimmte Regeln beachtet werden:

  • Die Riester-Nutzer und der Ehepartner müssen bis zu dessen Tod verheiratet gewesen sein.
  • Das Geld darf nur in einen neuen Riester-Vertrag reinvestiert werden.
  • Dieser neue Vertrag kann dann vom Ehepartner jederzeit abgeschlossen werden, auch wenn er eigentlich nicht förderberechtigt ist.
  • Befand sich der Verstorbene bereits in der Restverrrentungsphase, das heißt war er 85 Jahre oder älter, dann wird die Riesterrente nicht als Erbe ausgezahlt.

Was ist ansonsten noch wichtig?

Wer eine Riesterrente erbt, der kann trotzdem den Rest des Erbes ausschlagen. Die Riesterrente wird beim Erbe wie eine Lebensversicherung gehandhabt. Das bedeutet, dass sie nicht mit dem sonstigen Erbe zusammen vergeben wird. Wer also befürchtet, dass ihm durch das Erbe finanzielle Nachteile entstehen, kann es ablehnen, den Riester-Vertrag aber dennoch annehmen. Es entstehen ihm dadurch keine Nachteile.

Problematisch wird es auch, sollte der Vertragseigner noch in den ersten 5 Jahren nach Vertragsabschluss versterben. In dieser Zeit werden die Kosten für Abschluss und Verwaltung des Vertrages von den Einzahlungen abgezogen. Damit bleibt in dieser Zeit nicht viel übrig, was man erben kann.