Die Riester Rente berechnen

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Seitdem der deutsche Staat bestimmte Rentenformen wie beispielsweise die Riester Rente mit einem nicht unerheblichen Geldwert gesetzlich fördert, steigt die Verbreitung der sogenannten Riester Rente als Form der zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge innerhalb Deutschlands immer weiter an. Daher besitzen viele Rentenbezieher auch ein erhöhtes Interesse daran, was de facto bei der Riester Rente unter dem Strich herauskommt. Wie kann man die individuellen Raten berechnen und wie hoch fallen die Eigenleistung sowie die staatlichen Zuschüsse aus?

Riester Rente ist de facto eine Rentenaufstockung

Zunächst einmal gilt es, einige Worte zur Laufzeit der Riester Rente zu verlieren. Sie gilt lebenslang ab dem Eintritt ins Rentenalter. Verstirbt der Versicherungsnehmer früher, wird das bis dato aufgebaute Gesamtguthaben ausbezahlt und die staatliche Förderung ist von Seiten der Erben zurückzuerstatten.

Versicherungsnehmer können bei Renteneintritt auch bis zu 30% des gebildeten Kapitals als einmalige Zahlung erhalten. Maximal kann durch die Riester Rente eine zusätzliche staatliche Rentenzulage in Höhe von 2.100 Euro pro Jahr einschließlich Zulagen entstehen.

Zwei Bestandteile: Eigenanteil & staatliche Zulage

Die Riester Rente gliedert sich wie bereits angedeutet in

  • den Eigenanteil sowie
  • die staatliche Zulage.

Der Staat fördert den Abschluss einer Riester Rente mit

  • 154 Euro jährlich für erwachsene Personen
  • 185 Euro jährlich bei Kindern, die vor dem 1.1.2008 geboren wurden
  • 300 Euro jährlich bei Kindern, die nach dem 1.1.2008 geboren wurden
  • 200 Euro als einmalige Starter-Zulage für unter-25-Jährige

Um die vollen Zulagen von Seiten des Staates zu erhalten, müssen Riester Renten-Bezieher allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Der Versicherungsnehmer muss jährlich 4% seines Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen. Gedeckelt ist dieser Betrag mit den oben erwähnten 2.100 Euro, was einem Bruttoeinkommen von 52.500 Euro entspricht. Die Zulagen können dabei allerdings abgezogen werden.

Verdient ein Versicherungsnehmer beispielsweise 20.000 Euro im Jahr und ist kinderlos, muss dieser 646 Euro jährlich in den Vertrag einzahlen, damit er die volle Zulage erhält. Dies ergibt sich durch die folgende Rechnung

  • 4% von 20.000 Euro Bruttoeinkommen = 800 Euro Vorsorgebetrag
  • 800 Euro Vorsorgebetrag – 154 Euro staatliche Riester Zulage für eine erwachsene Person = 646 Euro Eigenbeitrag

Im genannten Beispiel ergibt sich bei detaillierter Berechnung eine Riesterförderung in Höhe von circa 214 Euro. Trotz allem muss dieser Wert mit Vorsicht genossen werden, denn das gilt nur bei pauschalem Abzug von Werbungskosten und Sonderausgaben, der Zusammenveranlagung von beiden Ehepartnern und einigem mehr.

Mindest-Sockelbeitrag beträgt 5 Euro pro Monat

Problematisch wird es bei der Berechnung auch, wenn man nicht den vollen Betrag einzahlen kann oder möchte. Dann nämlich lässt sich der Eigenanteil nicht mehr exakt berechnen und es muss nach dem Näherungsverfahren vorgegangen werden. Übersteigen die Zulagen den Beitrag, den man eigentlich zu zahlen hätte, kann man den Riester-Vertrag allerdings trotzdem nicht kostenlos beziehen. Der Gesetzgeber sieht in diesem Falle einen fixen Mindest-Sockelbeitrag in Höhe von 60 Euro im Jahr (bzw. 5 Euro im Monat) vor, den man mindestens bezahlen muss, um die Riester Zulagen auch zu erhalten.

Riester Renten ist Teil des Schonvermögens

Versicherungsnehmer sollten bei der Bewertung ihrer Riester Rente darauf Rücksicht nehmen, dass sie die Riester Rente bei Inanspruchnahme vollständig versteuern müssen. Vorsicht muss außerdem walten, wenn Anbieter von Riester Renten Gebühren verlangt, die höher ausfallen als die staatliche Förderung. Wer in Hartz IV (Arbeitslosengeld II) fällt, muss übrigens nicht auf seine Riester Förderung verzichten. Riester Renten werden bei der Berechnung des Schonvermögens miteinbezogen.