Die Riester-Rente im Vorruhestand

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Im Rahmen der individuellen Lebensplanung kann sich schnell etwas ändern – so beispielsweise auch der geplante Rentenbeginn. Während das System der gesetzlichen Rentenversicherung einen vorgezogenen Rentenbeginn lediglich gegen Berechnung von hohen Abschlägen vorsieht, bietet die Riester-Rente auch während des Vorruhestands hervorragende Möglichkeiten.

Grundsätzlich beginnt die Auszahlungsphase der Riester-Rente natürlich analog zum offiziellen Rentenbeginn. Wenn ein Riester-Sparer nun jedoch nicht mit 63, 65 oder 67 Jahren in Rente geht, sondern bereits mit 55 oder 60 Jahren seinen persönlichen Vorruhestand einläutet, so hat er hinsichtlich seiner Riester-Rente folgende Möglichkeiten:

  1. Da Vorruheständler in der Regel durch ihren vorherigen Arbeitgeber in Form von Pensions- und Rentenzahlungen weiterhin bezahlt werden, bleiben sie natürlich auch riesterberechtigt. Vorruheständler haben daher die Möglichkeit, bis zu ihrem offiziellen Renteneintritt weiterhin von der Riester-Förderung zu profitieren. Sie erhalten diesbezüglich nach wie vor die volle Riester-Zulage, wenn sie ihren Riester-Vertrag gemäß der Riester-Formel bedienen. Da im Vorruhestand natürlich nicht das gleiche Gehalt wie zu vor gezahlt wird, könnte der vorherige Eigenanteil etwas zu hoch sein. In einem solchen Fall besteht ebenfalls die Möglichkeit, den geforderten Eigenanteil nur noch anteilsmäßig zu zahlen. In diesem Fall erhält der Riester-Sparer die Zulagen anteilsmäßig, was sich hinsichtlich der Förderquote jedoch genau so lohnt!
  2. Wer in den Vorruhestand geht und beispielsweise noch drei Jahre bis zum offiziellen Rentenbeginn überbrücken muss, der hat natürlich ebenfalls die Option, seinen Riester-Vertrag “ruhend” zu stellen. Dies bedeutet, dass der Vertrag nicht mehr monatlich bespart wird, sodass keine weiteren Riester-Beiträge mehr anfallen. Dies kann unter Umständen wichtig sein, damit der vorherige Lebensstandard trotz des geringeren monatlichen Einkommens gehalten werden kann. Das angesparte Riester-Guthaben würde in einem solchen Fall jedoch weiterhin vom jeweiligen Riester-Anbieter angelegt werden, sodass das Riester-Vermögen nach wie vor arbeitet – festverzinst oder fondgebunden.

Fazit: Für Vorruheständler ist die Riester-Rente sehr flexibel. Da Personen im Vorruhestand weiterhin zulagenberechtigt sind, besteht die Möglichkeit, bis zum offiziellen Rentenbeginn weitere Zulagen zu erhalten. Darüber hinaus kann jeder Riester-Vertrag stillgelegt werden, um das monatliche Budget während des Vorruhestandes nicht weiter zu belasten.