Kündigungsfrist bei Riester-Verträgen

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Die Kündigungsfrist bei Riester-Verträgen beträgt drei Monate zum Quartalsende. Der Vertrag wird schriftlich beim Versicherungsträger gekündigt (per Einschreiben/Rückschein oder besser per Gerichtsvollzieher). Mit der Kündigung sind Förderungen zurückzuzahlen, in den ersten fünf Jahren der Laufzeit behält der Anbieter die Abschlussgebühr wenigstens teilweise ein.

Was passiert, wenn ich die Kündigungsfrist bei Riester-Verträgen einhalte?

Wenn Sie fristgemäß kündigen, erhalten Sie den Rückkaufswert abzüglich der Förderungen und der Abschlussgebühr (in den ersten fünf Jahren), jedoch zuzüglich der Verzinsung ausgezahlt. Diese liegt aktuell nicht sehr hoch, die bis Ende 2014 abgeschlossenen Verträge müssen mit mindestens 1,75 % jährlich verzinst werden, ab 2015 sind es 1,25 %. Möglicherweise konnte ihr Anbieter etwas höhere Zinsen erwirtschaften. Diesen Zinsen steht die Abschlussgebühr gegenüber, die durchaus um 2,00 – 4,00 % betragen kann (in Einzelfällen mehr). Im Idealfall erhalten Sie recht genau Ihre eingezahlten Beiträge zurück, im nicht so idealen Fall erhalten Sie etwas weniger, weil die Abschlussgebühr die Zinsen übersteigt. Die Förderungen gehen verloren. Ihr Anbieter zahlt sie an die Zulagenstelle zurück. Das Szenario, das oft kommuniziert wird – die Kündigung sei ein herbes Verlustgeschäft – ist zwar nicht direkt falsch, weil Sie Förderungen verschenken, die übrigens auch verzinst wurden. Jedoch haben Sie das Geld der Förderungen bislang ohnehin nicht besessen, es wurde nur Ihrem Riester-Konto gutgeschrieben. Bei der Jahresabrechnung sahen Sie deshalb schon ein hübsches Sümmchen, das Sie so bei der Kündigung nicht ausgezahlt bekommen, weil es die Förderungen und deren Zinsen mitenthielt. Ihre eingezahlten Beiträge erhalten Sie jedoch größtenteils zurück.

Alternative zur Kündigung von Riester-Verträgen

Sie können den Vertrag beitragsfrei stellen lassen, dann erhalten Sie für diese Zeit keine Förderung, verlieren aber auch keine früheren Förderungen und Zinsen. Das wird am ehesten empfohlen, ehe Sie sich zum drastischen Schnitt der Kündigung entschließen. Vielleicht können Sie in späteren Zeiten den Vertrag wieder aufleben lassen.