Die Riester Rente kündigen

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Sind die Gebühren für eine staatlich geförderte Riester Rente zu hoch oder erscheint der Versicherungsvertrag aufgrund anderer Vertragsbestandteile unrentabel, sollte der Riester-Renten-Vertrag unter Umständen aufgekündigt werden. Doch darf man das als Versicherungsnehmer überhaupt und falls ja, wie geht das? Mit welchen Kosten müssen Versicherungsnehmer rechnen? Welche Alternativen zur Kündigung der Riester Rente bestehen?

Allgemeines zur Kündigung der Riester Rente

Ein Vertrag mit einer Riester-Rente kann grundsätzlich während der Ansparphase gekündigt werden. Dies ist mit der festgesetzten Kündigungsfrist von drei Monaten zum Quartalsende möglich. In Einzelfällen, besonders in den ersten Laufzeitmonaten, kann die Kündigungsfrist jedoch auch länger ausfallen. Die Kündigung erfolgt formlos und schriftlich beim jeweiligen Versicherungsträger, wobei der Versicherungsanbieter gebeten werden sollte, das Guthaben zum gewünschten Stichtag auszuzahlen.

Staatliche Fördermittel müssen zurückgezahlt werden

Allerdings sollten Versicherungsnehmer dabei bedenken, dass sie sämtliche Fördermittel von Seiten des Staates, also

  • Zulagen und
  • Steuervergünstigungen

in diesem Fall zurückzahlen müssen. Des Weiteren werden die Abschlusskosten für einen Riester Renten-Vertrag in den ersten fünf Vertragsjahren aus dem Vertragsguthaben geleistet. Wer innerhalb dieser Zeit oder kurz danach aus seinem Vertrag aussteigt, verschwendet folglich bares Geld. Außerdem entstehen je nach Vertragsanbieter bei einer Vertragskündigung Bearbeitungsgebühren. Diese müssen allerdings im Vertrag ausgewiesen sein. Außerdem müssen die angesammelten Zinsen versteuert werden. Ein hilfreicher Hinweis an dieser Stelle für viele Versicherungsnehmer: Stornokosten sind gesetzlich untersagt. Fordert der Versicherungsgeber solche Kosten, muss der Versicherungsnehmer sie dementsprechend nicht übernehmen.

Grundsätzlich ist die Riester-Rente ein Altersvorsorgeprodukt. Als solches widerspricht eigentlich eine vorzeitige Kündigung dem Grundgedanken auf Vorsorge für das Alter. Treten allerdings bei einem Vertragsinhaber finanzielle Engpässe oder persönliche Schwierigkeiten ein, so kann die Kündigung der Riester-Rente für ihn eine notwendig werdende Maßnahme sein.

Alternativen zur Aufkündigung

Die genannten Nachteile können auf diversen anderen Wegen vermieden werden. So bestehen beispielsweise die folgenden vier Optionen:

  • Die Übertragung der Riester Rente auf einen neuen Vertrag
  • Das Ruhenlassen des Riester Renten-Vertrags
  • Die Senkung der Beitragsraten
  • Der Verkauf des Vertrags

Bei erstgenannter Möglichkeit kann der Vertragsinhaber das angesammelte Altersvorsorgevermögen auf einen neuen Vertrag übertragen. Man spricht in diesem Fall von einer Vertragsumstellung. In diesem Fall gehen auch die staatlichen Förderleistungen nicht verloren.

Häufiger wird eine andere Möglichkeit in Anspruch genommen. Dabei wird der Vertrag einfach ruhen gelassen. Der Versicherungsnehmer zahlt dann keine Beiträge mehr ein, erhält dementsprechend aber auch keine weiteren staatlichen Zulagen mehr. Trotz allem wird das bereits angesparte Kapital weiterhin verzinst und alle bis dato erhaltenen Zulagen bleiben bestehen. Ebenso ist jederzeit wieder die Wiederaufnahme der Beitragszahlungen möglich. Bei Vertragsablauf im Rentenalter wird die Rentenzahlung natürlich etwas niedriger ausfallen, entsprechend dem erfolgten Ausfall.

Daneben besteht die Option, die Raten für die Riester Rente zu senken, sodass der monatliche Aufwand geringer ausfällt. Alternativ haben Versicherungsnehmer die letztgenannte obige Option, nämlich die, den Versicherungsvertrag gegen einen entsprechend angemessenen Geldbetrag zu verkaufen.